Bo-Pa-Reise 2018


Unsere Indienreise vom 13. Januar bis 12, Februar 2018 ist vorbei - die Erinnerungen sind unvergesslich und bleiben ...

In diesen 4 Wochen durften wir so viel Schönes sehen, Unvergessliches erleben, Kulinarisches geniessen - aber auch Eindrücke mit nach Hause nehmen, die uns zum Nachdenken brachten. Gleichzeitig machen sie uns aber auch dankbar für all das, was wir selber in unserem Heimatland Schweiz haben und wie wir leben dürfen.

Wir genossen jeden einzelnen Tag - unser Reiseprogramm versprach viel und hat es auch in jeder Beziehung gehalten! Unser Reiseunternehmen SWAGATAM TOURS hat uns in diesen 4 Wochen überall hin bestens begleitet - und auch unser Gepäck war stets und immer an unserer Seite!

Rechts das (übersetzte) originale Reiseprogramm für Euch zum Nachlesen - klickt auf das jeweilige Seitenbild, dann vergrössert es sich zum Lesen ... 

 
 

Hier der Reisebericht, welcher unsere Familien und Freunde via WhatsApp-Broadcast (fast) täglich auf dem Laufenden hielt, wo wir gerade unterwegs waren, was wir gerade erlebten, wer sich gerade nicht so ganz wohl fühlte weil Fieber oder Durchfall...

 

Samstag, 13.1.2018


Nun gilt es ernst: in wenigen Minuten hebt unser Flieger Richtung Delhi ab... Plätze sind bezogen.., Gepäck verfrachtet... Handgepäck verstaut.... und wir sind schon das 1. Mal müde.... Wünscht uns einen guten Flug, mein Handy wird jetzt dann in den Flugmodus gehen... Melde mich wieder, wenn wir indischen Boden unter den Füssen haben....


Sonntag, 14.1.2018 


Wir sind jetzt soeben in Amritsar vor unserem Hotel angekommen - Ortszeit: 7:30 - alles gut gegangen, sind jetzt müde von der Anreise... 

Bis zum nächsten Mal...



Nach einem ersten aufregenden Tag in Indien geniessen wir in unserem Hotelrestaurant ein feines Biryani - ein riiieesige Portion, wie sich nach dem 2. Mal schöpfen herausstellt, weil die Schüssel immer noch gleich voll scheint - und das für 1 Person...


Warum aufregend? - Mehr dazu, wenn der Akku von meinem Handy wieder aufgeladen ist...

... so, mein Handy hängt nun am Strom und ich kann Euch einen kurzen 1. Tagesbericht durchgeben: 

Nach einem knapp 7-stündigen Flug ab Zürich landeten wir pünktlich um 00:53 Ortszeit in Delhi. Unsere grösste Frage: wird um diese Uhrzeit wohl jemand von Swagatam Tours, unserem Reiseveranstalter hinter dem Zoll stehen und uns die weiteren Reisedokumente aushändigen? Tatsächlich wurden wir dort von einem netten jungen Inder in Empfang genommen, welcher uns durch das ganze erneute Check-In begleitete, da wir ja einen Weiterflug nach Amritsar hatten. So erreichten wir rechtzeitig unseren Anschlussflug, der knapp eine Stunde dauerte. In Amritsar angekommen, erneut die Frage: klappt es auch hier mit der Abholung? Unser Chauffeur, der uns zum Hotel fuhr, hatte ein paar Minuten Verspätung, aber morgens um 6:15 lud er uns vor dem Hotel aus. Soweit, so gut. Bis wir dann schliesslich hundemüde unseren kurzen Schlaf im gebuchten Zimmer nachholen konnten, vergingen aber noch weitere 5 Stunden, die wir wartend und dösend in der Hotelhalle verbrachten. Nachmittags um 15 Uhr trafen wir uns einigermassen ausgeruht wieder in der Lobby. Nach einigen Turbulenzen ging es dann zuerst mal auf einen kurzen Tripp durch die nähere Umgebung, verbunden mit zwei Zwischenstopps in einem Indian Store und einem Schuhgeschäft - wie kann es auch anders sein bei sechs  Frauen...


Wieder zurück im Hotel, warteten wir erneut auf unseren Begleiter, welcher uns zum goldenen Tempel bringen sollte. Auch dieser versagte, und Homaira musste schliesslich auf Hindi mal den Tarif durchgeben, was an der Reception für ziemlich Verwirrung (vor allem bei den männlichen Angestellten) sorgte - uns aber einen wunderbaren Abend des 1. Tages bescherte: Ein kurzfristig eingesprungener Student zeigte uns den goldenen Tempel und seine Umgebung, wie es sonst wohl kaum mal einer Touristengruppe geboten wird...


 

Es war ein magischer Besuch, der uns unvergesslich bleiben wird: so viele Menschen, im Glauben vereint, Barfuss unterwegs rund um den Tempel - man muss es erlebt haben...


Bei uns ist es jetzt Uhrzeit 00:40  - wir verabschieden uns unter die Bettdecke, bis morgen ...

... in der grossen Essenshalle, wo jeden Tag über 80000 Essen kostenlos abgegeben und von vielen Freiwilligen für alle Gläubigen, egal welcher Religion, zubereitet wird...


Montag, 15.1.2018


Unser 2. Reisetag war wieder gespickt mit vielen neuen Eindrücken, von denen ich Euch gerne ein paar nach Hause schicke:

Nach dem gestrigen etwas turbulenten Start in Indien konnten wir uns über Nacht erholen. Ausgeschlafen - na ja, sagen wir mal halb - trafen wir uns zum Frühstück. Mit einem etwas wässrigen Cappuchino - der natürlich nicht zu vergleichen ist mit einem italienischen oder einem Tessiner - weckten wir noch ein paar Lebensgeister mehr. Diese liessen uns die Frage stellen, wer wohl heute unser Guide sein würde, nachdem Homaira gestern beim Reiseveranstalter etwas für Wirbel gesorgt hatte. 

Nach dem Frühstück wollten alle nochmals kurz ins Zimmer, um uns danach um 10 Uhr in der Lobby zu treffen. Da gestern zeitlich nichts planmässig nach Programm klappte, rechneten wir heute mit allem…

Doch bereits beim Verlassen des Speisesaales kam ein junger Inder - er schien mir etwas sehr angespannt zu sein - auf mich zu und stellte sich als unser heutiger Reisebegleiter vor. Ich bat ihn noch um etwas Geduld. Als ich mit Christine wieder in der Lobby erschien, sassen die anderen Mädels bereits dort - und er immer noch in einer Ecke. Ich holte ihn zu uns, machte ihn mit allen bekannt und stellte ihm besonders Homaira vor. In diesem Moment huschte ein verstohlenes Lächeln über sein Gesicht. Warum - das erfuhren wir dann im Laufe des Tages...

Die Chemie stimmte vom ersten Augenblick an, und als Sandeep - so sein Name -  unterwegs zum ersten Programmpunkt des Tages von uns erfuhr, dass wir leidenschaftliche Bollywood- und Shah Rukh Khan-Fans sind, überraschte er uns mit dem Bekenntnis, dass er seinerseits leidenschaftlicher Sänger sei und uns gerne unterwegs mit ein paar Songs aus SRK-Filmen unterhalten wolle. Uns konnte nichts besseres passieren!!! Hier ein kleiner Mitschnitt aus dem Bus - die Stimmung bei uns war unüberhörbar gut…


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Sandeep erzählte uns einiges über Amritsar und seine Geschichte. Er besuchte mit uns den beeindruckenden Jallianwala Bagh (=Park) ein Denkmal der Märtyrer des Massakers von 1919 durch die Briten [Foto 2 und 3] und zeigte uns einen Hindi-Tempel ähnlich dem goldenen, aber um einiges kleiner [Foto 4].. Danach knurrten  langsam unsere Mägen und Sandeep führte uns in ein gemütliches Restaurant, wo wir natürlich indische Kost genossen [Foto 5, Biriani]. Anschliessend ging’s zur letzten Station des heutigen Tages, zur Wagah Grenze zwischen Indien und Pakistan [Foto 6]. Wir konnten dort einer amüsanten, zackig militärisch inszenierten Wachablösung beider Länder beiwohnen. Diese Parade war begleitet von Bollywood-Musik, militärischen Trommelklängen, dem Applaus hunderter Inder - darunter ein paar begeisterte Schweizerinnen! - und konstruiert makellos die tägliche Schliessung der Grenze und das Einholen der Flaggen von Indien und Pakistan.

Über den Verkehr auf indischen Strassen kann ich Euch soviel verraten: den müsstet Ihr selber erleben - einfach chaotisch (für europäische Verhältnisse) - Kühe liegen mitten auf der Strasse [Foto 7] - Mofas mit 3-4 fach Besetzung kurven noch schnell von links vorne durch, von rechts stauen sich Rikschas und Esel mit Anhänger im Galopp, es wird gehupt, was das Zeug hält - aber passieren tut überhaupt nichts, der Verkehr rollt ohne grosse Probleme...

Mit ein paar Impressionen vom heutigen Tag verabschiede ich mich in die Nacht. Es ist jetzt bei uns 23:20 - höchste Zeit für mich und Christine zu schlafen. Nicht etwa, weil wir wirklich müde wären, aber morgen geht unser Wecker um drei Uhr in der Früh ab - warum, das erfahrt Ihr im nächsten Tagesbericht! Liebe Grüsse von uns in die Nacht …


Dienstag, 16.1.2018


Unser 3. Reisetag begann eigentlich schon gestern: da wir heute frühmorgens um 5.00 Uhr den Zug von Amritsar nach Delhi erreichen mussten, hiess das für uns: kurze  Nacht und wenig Schlaf! Zumindest bei Christine und mir bedeutete das, dass wir quasi eine Freinacht machten, alles packten, noch etwas indisches Fernsehen in der Nacht schauten, um uns dann ab 3 Uhr morgens mit einem im Zimmer aufgebrühten Pulverkaffee wach zu halten. Pünktlich um 4:15 in der Früh stand unser gestriger Tourguide samt Wagen und Chauffeur vor dem Hotel. Kaum am Bahnhof angekommen, stritten sich bereits 2 Kulis um unser Gepäck - schliesslich ging der Zuschlag an beide. Dann folgte eine Zugreise, die wir so schnell nicht vergessen!


Zwischen spielenden Kindern, schlafenden Müttern und schnarchenden Bart- und Turbanträgern fanden wir uns bald einmal mitten im Punjab wieder - wenn man an diesem frühen Morgen die Belegung der Plätze ansah - und wir mittendrin …!

Die Zugfahrt führte uns vorbei an weiten Feldern im Morgennebel, an Dörfern die schon fast keine mehr sind, an Abfallbergen so weit das Auge reicht - und an den Slumvierteln, die von vorne hinter dem Dorf verschwinden. Es war eine beeindruckende Zugfahrt, auch weil wir überrascht waren, wie aufmerksam die Angestellten zu uns Reisenden waren. Da wurde mindestens 3x während der Fahrt der ganze Zugwaggon- Boden geschrubbt (wir konnten dabei zusehen) oder mehrmals Kaffee ausgegeben und Wasserflaschen verteilt.

Um halb zwölf sind wir dann endlich nach einer fast 61/2-stündigen Reise in Delhi angekommen, wo uns bereits der Guide mit Chauffeur in Empfang nahm. Da unsere Hotelzimmer um 12 Uhr noch nicht ganz fertig waren, sind wir mit ihm noch essen gegangen. Ein anschliessender Besuch des M. Gandhi-Museums beeindruckte uns ebenso wie die Tatsache, dass es in Delhi noch grüne Parkanlagen gibt.

Das Highlight des Tages bot uns Frauen aber mit Sicherheit Vijay Kumar Singh - was, verraten wir Euch im nächsten Reisebericht!


Es ist jetzt bei uns schon 00:50 Uhr - da sagen wir am besten einfach “Shubh rhatri” (gute Nacht)


Donnerstag, 18.1.2018


Ich bin etwas in Verzug geraten mit unserem Reisebericht, deshalb kriegt Ihr heute Nacht gleich zwei von mir, damit unser Timing wieder stimmt...

4. Reisetag 


Wer ist Vijay Kumar Singh? Diese Frage steht noch im Raum. Da kläre ich Euch gerne auf, dass dieser junge Inder seit mehreren Jahren mit unserer Andrea Krebs per Social Media befreundet ist. Seit ein paar Monaten sind wir das auch, seit er von Andrea weiss, dass sie mit uns zusammen nach Indien kommt. Er lud vor allem Andrea, aber auch unsere ganze Gruppe zur Hochzeit seines Bruders ein. Dazu gäbe es jetzt noch eine weitere Geschichte, die ich aber mal zur Seite lasse, sonst wirds hier heute zu lang... Jedenfalls hat sich dieser Vijay so über unseren Besuch in Indien gefreut, dass er uns alle heute Abend in seine Suite einlud. Jede von uns bekam von ihm einen riesigen Blumenstrauss und ein ganz spezielles T-Shirt - siehe Foto...

Wann bitte schön, passiert es schon, dass dir ein eigentlich fremder Mann seine Aufmerksamkeit auf diese Art und Weise schenkt und sich dafür bedankt,  dass Du seinem Land die Ehre erweist? Dass kann wohl keiner besser ausser Shah Rukh Khan - und dieser raubt mir momentan während dem Schreiben dieser Zeilen um Mitternacht immer wieder die Konzentration, wenn seine Songs auf dem Bollywood-Music-Kanal, den Christine und ich zur Untermalung unseres Einschlafrituals eingestellt haben, ertönen. Verflixt… ich komme einfach nicht weiter... schon wieder einer! ...das ist doch… la la la la la la...

Morgens um 8:17: Blick auf mein Handy - Zürich, Regen, 2°C - New Delhi, Nebel, 10°C - Blick zum Zimmerfenster hinaus: es war tatsächlich nichts zu sehen - ausser Nebel! - Christine meinte daraufhin, es wäre langsam Zeit, dass man die Sonne anknipsen würde... Eine weitere Ansage kam kurz darauf von ihr aus dem Bad: “Badezimmer, Dunst, 30°C!". 

Um halb zehn ging’s dann in den Frühstücksraum, wo bereits die anderen einen Tisch für uns reserviert hielten. Unser Guide Rakesh war pünktlich - wie abgemacht um 10:30 stand er vor dem Hotel, zusammen mit unserem Bus und Fahrer. Sie brachten uns heute zuerst am roten Fort vorbei zur Freitags-Moschee, wo wir einmal mehr unsere Schuhe ausziehen mussten. Die Athmosphäre auf dem Areal war spirituell und fast schon mystisch, dass wir das Barfuss-Laufen schon bald vergessen hatten. Das Wetter zeigte sich einmal mehr von seiner besten Seite - die Sonne hatte endlich den Nebel vertrieben!

Danach ging es mit den Rikschas durch die Gassen von Chandni Chowk, dem farbenfrohen und geschäftigen Markt in Old Delhi. Es ist schon beeindruckend, diese Unterschiede von New - zu Old Delhi, aber irgendwie schön. Ich fühle mich jedenfalls wohl, auch wenn die Unterschiede, der verschiedenen Kasten nicht zu übersehen sind. Es macht nachdenklich, gleichzeitig aber auch ehrfürchtig, weil hier in diesem Markt so gut zu sehen war, wie liebenswert, herzlich, freundlich die Inder auch uns Touristen gegenüber sind...

Was stand sonst noch auf dem Programm?
Gewürze einkaufen - Besuch des Raj Ghat, Grabmal von Gandhi - der Sikh Tempel Gurudwara Bangla Sahib - und am Abend die Einladung von Vijay und seinem Freund Sahel zum Nachtessen! Darüber im nächsten Bericht mehr… SHUBH RHATRI...


5. Reisetag 

Ja, das gestrige Essen mit Vijay und Sahel - das war ein Erlebnis für sich! Sahel stellte sich als perfekter “Indian Driver” heraus, fuhr er uns 6 Frauen inkl. Vijay doch in seinem Privatwagen - fast schon eine Staatskarrosse - durch den nächtlichen Delhi-Verkehr in ein Panjab-Restaurant, wo wir einmal mehr überraschende indische Kost geniessen durften. Damit die Gewürze resp. die Schärfe nicht so sehr im Gaumen kratzen, wurde Lassi getrunken - ein erfrischendes Joghurt/Milchgetränk. Was wohl wirklich darin war, kann ich nicht beantworten, aber wir hattem es auf jeden Fall plötzlich äusserst lustig, und auf der Heimfahrt gabs mehrere Lachanfälle - fragt mich jetzt nur nicht, über was genau….

Auf jeden Fall schliefen wir bestens danach, bevor heute Morgen Christine’s Handy resp. dessen Wecker um 8:00 energisch schrillte. Na, wie lange dauert es, bis sie ihn abstellt? Aber Christine schlief tief und fest, dafür war ich wach geworden. Bei der 2. Klingelrunde dann war auch sie wieder offen für einen neuen erlebnisreichen Tag.... 

Auf dem Programm standen heute Humayun’s Tomb [Foto 1. und 2], welches als Vorbild für das später erbaute Taj Mahal diente. Dank dem vormittäglichen Besuch konnten wir die ganze Anlage inkl. dem Hauptgebäude fast ungestört begehen. Die Vorbeifahrt am India Gate, welches aufgrund des Nationalfeiertages vom 26. Januar momentan grossräumig gesperrt ist (die Sicherheitsvorkehrungen hier in Delhi sind zurzeit sehr gross, weil auf diesen Feiertag hin der israelische Ministerpräsident Benjamin Nethanjanu erwartet wird), Besuch des Qutab Minars, mit 72 Meter einer der perfektesten Türme in der persischen Welt [Foto 3 und 4] und zum Abschluss des Nachmittags die interessante Fahrt durch das Regierungsviertel. Dazwischen fanden wir noch Zeit fürs Mittagessen, und manche Erläuterung von Rakesh, unserem Guide [Foto 5] brachte uns zum Lachen, was in seinem Fall sicher beabsichtigt war. Auch der heutige Tag bot uns wieder einiges - geschichtlich wie architektonisch. Die Eindrücke werden immer mehr... .

PS: Die zwei liegenden Hunde sind nicht etwa tot, sondern schlafen friedlich im Park vom Humayuns'Tomb an der Sonne - solche Bilder gehören zum Strsssenbild in Indien - darüber ein andermal mehr...


Freitag, 19.1.2018


Mein Reisebericht von heute wird sich wohl wieder auf morgen verschieben, da Christine und ich um 20:30 Ortszeit noch unverhofft von Homaira und ihren indischen Freunden, zwei äusserst nette Inder Namens Sunil und Rakesh, in den Ausgang eingeladen wurden. Sie verwöhnten uns mit Pani Puris (= Wasser Kugeln), die Sunil - eine um die andere - mit feinen Saucen füllte und Christine und mir buchstäblich in den Mund schob. Na ja, war auch nötig, sonst hätten wir den Inhalt der Kugel woanders als im Gaumen gehabt ...


Samstag, 20.1.2018


6.  Reisetag

Der heutige Tag begann so richtig, als wir im Frühstücksraum nach einem Tisch Ausschau halten mussten. Da eine Hochzeitsgesellschaft in unserem Hotel genächtigt hatte (Indienkenner wissen, dass diese Gesellschaften eine grössere Menge an Platz benötigen), war ein freier Tisch deutlich Mangelware! - Christine und ich kriegten dann aber doch noch zwei Plätze zugewiesen, welche uns einen perfekten Blick auf das mehr oder weniger geschäftige Treiben zwischen und an den Tischen boten. Die Gäste der Hochzeitsgesellschaft waren bereits stilvoll indisch gekleidet – es strahlten die prächtigsten Farben bei den Saris der Frauen mit den schönen Kurtas der Männer um die Wette. Mehr davon bekamen wir noch zu sehen, als wir vor dem Hotel auf unseren Guide Rakesh warten mussten, welcher im Morgenverkehr Delhis steckte...


Die Fahrt führte uns heute als erstes zu einem Buddha Tempel, wo wir von Rakesh einige Informationen zum Buddhismus bekamen. Gleich nebenan befand sich ein grosser Hindu-Tempel. Da möchte ich doch gleich aufklären, dass es nicht – wie oft erzählt – Tausende von Götter gibt, sondern nur deren 33. Diese wurden im Tempel sehr schön dargestellt. Einmal mehr bewunderten wir auch hier die kunstvolle Gestaltung und das Handwerk der damaligen Zeit. Eine angesteuerte Moschee liessen wir nach dem Versuch in diese rein zu kommen wieder sein. Die Fahrt ging weiter zur <Lotusblüte> einem Haus der Andacht. Innen eher ein schlichter grosser Gebetsraum, aber in seiner Grösse und Bauweise schon speziell - erinnert etwas an das Opernhaus in Sidney...


So langsam wurden unsere Beine (und auch der Geist) etwas müde - Gott sei Dank hatten wir mit der Lotusblüte die Gotteshäuser für heute durch!

Es wartete noch ein Geschäft mit Mode und Acessoires aus Kashmir auf uns, und zu guter Letzt führte uns Rakesh zum Khan-Market (in diesem befindet sich Shah Rukh's Coiffeur, wenn er in Delhi weilt). Danach ging es zurück in unser Hotel. Was dann bei Christine und mir folgte, berichtete ich Euch ja gestern mit der Entschuldigung, dass Ihr deshalb vermutlich erst heute Abend den gestrigen Reisebericht bekommt - voilà, hier habt ihr ihn gelesen!


Montag, 22.1.2018


Endlich haben wir wieder WLAN! Wir waren zwischenzeitlich in etwas schwachem Gebiet unterwegs, was die Telefonverbindung anbelangte. Heute im Lemon Tree Hotel in Jaipur angekommen, nutze ich die Gelegenheit um Euch die Reiseberichte vom 7. und 8. Tag zu übermitteln - viel Vergnügen beim Lesen!


7. Reisetag 

Heute hiess es: auschecken in Delhi und Abfahrt nach Agra! Da Christine und ich schon gestern grösstenteils unser Gepäck wieder neu gerichtet sprich neu eingeräumt hatten, konnten wir es heute Morgen locker nehmen. Im Speisesaal tummelten sich etwas weniger Leute als auch schon - wir waren aber eben auch früher dran als die Tage zuvor, das merkte man schon an der Auswahl auf dem Buffet, die noch vorhanden war...

Nochmals aufs Zimmer Gepäck holen - ausschecken - uns wieder im Bus einrichten - und ab ging die Fahrt Richtung Agra!

Unser Fahrer - er ist ein Sikh und man sagt hier, sie seien über Generationen als Fahrer unterwegs - steuerte unser Auto sicher und entspannt aus Delhi heraus. Der Verkehr in Indien - das gäbe alleine einen Bericht...

Die Fahrt nach Agra führte uns zur Millionenstadt Delhi hinaus in grüne Landschaften, durchbrochen von rostroten Sandstrassen, welche die ländlichen Dörfer miteinander verbanden. Immer wieder zogen Pferdewagen an unserem Bus vorbei, dann Motorräder, die überbeladen mit Menschen unterwegs waren. An die Kühe auf den Strassen haben wir uns bereits gewöhnt, und überfüllte Autobusse gehören hier ebenso ins Strassenbild wie die Menschen, welche auf der Autobahn auf dem Pannenstreifen an ihr nächstes Ziel marschieren. UNSER nächstes Ziel heute hiess Taj Mahal - und diesen erreichten wir - nach einem weiteren ausgezeichneten indischen Essen - am Nachmittag. Die Strasse zum Taj Mahal war logischerweise mehr als verstopft, da man im Umkreis von 1km keine Benzinfahrzeuge zuliess. Diese Massnahme wurde eingeführt, weil man so versucht den Taj Mahal vor der Luftverschmutzung zu schützen. Kaum aus unserem Bus gestiegen, stritten sich die Rikschafahrer mit den Fahrern der Golfmobile (diese werden ohne Benzin betrieben) um uns als Passagiere. Mit einem Golfmobil wurden wir dann an den Haupteingang gefahren. 

 

Was uns danach erwartete, kann man kaum in Worte fassen:  unbeschreiblich - göttlich - bewegend - emotional - Hühnerhaut generierend - einfach grandios !

Schon der Eingangsbereich liess erahnen, was uns dahinter erwartete...

Dann erblickten wir ihn: den prächtigen und einmaligen  Taj Mahal!

Natürlich waren wir an diesem Morgen nicht alleine in der riesigen Anlage - Tausende von Touristen, vornehmlich natürlich indischer Abstammung - drängten an uns vorbei Richtung Grabmal. Es blieb aber auch uns genügend Zeit für ein paar Fotos,  

Rakesh ergänzte einmal mehr die Geschichte um den Erbauer vom Taj Mahal mit den Wahrheiten dazu und liess uns mit dem riesigen Fluss von Touristen mitlaufen. Um es kurz zu machen: es war einfach ausserirdisch!!!

Rakesh vermittelte uns sogar am Abend den Eintritt zu einer wunderbaren Show, welche diese einmalige Liebesgeschichte um den Taj Mahal bollywoodlike darstellte - was will man mehr, um einen einmaligen Tag ausklingen zu lassen...

 

8. Reisetag 


Auch der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Liebesgeschichte von Grossmogul Shah Jahan, welcher zum Gedenken an seine im Jahre 1631 verstorbenen grossen Liebe Mumtaz Mahal den Taj Mahal erbauen liess. 

Glücklicherweise begaben wir uns  bereits um 9.00 Uhr zum roten Fort, der Festungs- und Palastanlage aus der Epoche der gleichen Mogulkaiser, welche im 16. und 17. Jahrhundert mit Unterbrechungen als Residenz der Mogulen diente. Es waren um diese Zeit noch wenige Besucher unterwegs, so dass wir alles in Ruhe besichtigen konnten. Rakesh gab uns wieder eine Menge zur Geschichte mit auf den Weg, aber ebenso faszinierend war für uns die Architektur, die Räumlichkeiten und die Lage des Forts. Von ihm aus sah man nämlich direkt hinüber zum Taj Mahal, welcher auf der anderen Fluss-Seite lag. 

Was hier vor Jahrhunderten erbaut wurde, ist einmalig und würde wohl von keiner weiteren Generation mehr so erschaffen werden!



Noch ganz geflasht von den Eindrücken des gestrigen Tages und heutigen Morgens ging es auf unserer Tour durch Rajasthan weiter nach Bharatpur. Unterwegs machten wir neben einer “Gesundheitspause” (studiert mal, was das sein könnte…:-)) einen Mittagshalt - in einem fast schon paradiesisch anmutenden Restaurant…

 

Unser Hotel in Bharatpur namens THE BAGH (der Park) lag tatsächlich in einem grossen Park und erinnerte uns an die Zeiten des "grossen Gatsby" und dem englischen Adel in Indien! 

Auch die Einrichtung der Zimmer war im Stil der frühen 1930er Jahre eingerichtet  - und zum ersten Mal hatten wir mit ein paar Mücken zu kämpfen. Zudem war es die erste Nacht fast bitterkalt, da die Zimmer praktisch komplett aus Marmor- und Stein bestanden. Wir waren froh um das elektrische Öfeli im Zimmer. Nach dem Nachtessen verabschiedeten wir uns deshalb alle relativ früh ins Bett…


Dienstag, 23.1.2018


Ich bin schon wieder in Verzug mit dem Reisebericht, aber Christine und ich mussten unbedingt zuerst die Chrystal Award Verleihung an Shah Rukh am WEF in Davos ansehen und natürlich sein Interview von heute: https://www.weforum.org/events/world-economic-forum-annual-meeting-2018/sessions/an-insight-an-idea-with-shah-rukh-khan

9. Reisetag 

Nach einer buchstäblich erfrischenden Nacht genossen wir morgens um 8 Uhr den Spaziergang durch den Park vom The Bagh zum Frühstück. Wir waren die einzigen Gäste - die zwei englischen Paare, welche auch noch im Hotel schliefen, sind schon früh weiter gereist. Vermutlich hatten sie das selbe Ziel wie wir: den Vogel- und Naturschutzpark Keoladeo in Bharatpur. Wir verbrachten mehr als 2 Stunden in ihm, wurden von Rikschafahrern zu einem interessanten Beobachtungspunkt gefahren und von dort legten wir ein paar hundert Meter zu Fuss zurück. Gott sei Dank! Denn was wir hier antrafen, davon kann man nur träumen! - Ich lasse heute einfach nur Fotos aus dem Park sprechen...

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Freitag, 26.1.2018


Die Reiseberichte folgen, sobald wir wieder fixen WLAN im Zimmer haben - hier im Chatra Sagar gibt es nur im Aufenthaltszelt Verbindung, diese habe ich nun kurz ausgenutzt um Euch zu schreiben. Es ist bei uns jetzt 9:30 und in den nächsten Minuten werden wir dieses Paradies verlassen und weiter Richtung Süden fahren. Coming soon...

Nachdem Christine und ich uns das beste Lazarett mit dem Chatra Sagar ausgesucht haben, um Durchfall (C) und Fieber (M) zu bekommen und auszukurieren, geht es uns heute mit dem raschen Besuch des Arztes in unserem Zelt wieder einigermassen gut. In diesem Paradies durften wir uns erholen...


10. Reisebericht

Da ich langsam den Überblick verloren habe, wie viele Tage wir nun effektiv schon in Indien unterwegs sind, ändere ich ab jetzt den Titel auf “Reisebericht”, weil das mit den Reisetagen irgendwie nicht mehr so ganz aufgeht...

Ich beginne diesen Bericht um 18:45 Ortszeit Indien zu schreiben und wir sind zurück in unserem Hotel - man könnte hier fast sagen aus 1001 Nacht...

Nachdem Christine und ich uns heute dank ärztlicher Unterstützung (welche übrigens grosszügigerweise vom Reisebüro resp. der Leitung vom Chatra Sagar übernommen wurde) wieder einigermassen fit fühlten, konnten wir das geplante Tagesprogramm mitmachen.
Zuerst aber noch der Nachtrag, was vor der Ankunft im Chatra Sagar auf dem Programm stand: Jaipur, Palast der Winde, Hawa Mahal - und das Amber Fort, die ehemalige Hauptstadt der königlichen Rajputs. Der Aufstieg zum Fort erfolgte auf dem Rücken eines Elefanten - womit sich unsere Liste der indischen Transportmittel um ein weiteres erweiterte (Eisenbahn, TukTuk, Rikscha, Golfmobil, Elefant). Das war ein weiteres Highlight, zumal unsere Elefantendame dann noch Monika hiess!! Monika ist hier nämlich auch ein häufiger indischer Mädchenname. Alle Elefanten werden von ihrem Besitzer geführt, wir durften “Monika” sogar streicheln…

 

Fortsetzung folgt ...